Sigi und Ouarzazate

Keinen Kilometer vom Campingplatz und 10 Miuten nach einem herzlichen Abschied von Louis-Charles und Janine traf ich auf der Straße Richtung Ouarzazate auf ein Motorrad mit deutschen Kennzeichen, das ich zuerst überholte und von dem ich dann „verfolgt“ wurde. Zu meiner Überraschung keine Enduro, sondern eine vollgepackte, schwere Yamaha.

Irgendwo in der Mitte meiner geplanten Etappe – heute waren es nur 175 km – mache ich eine meiner üblichen Pausen: Wasser, Zigarette, Foto, Musik wechseln. Das Motorrad hielt an und auf mich zu kam Sigi aus Regensburg. Ein Frührentner, der wie ich alleine unterwegs ist. Nach dem allgemeinen Smalltalk stellte ich fest, dass er nicht dort ist, wo er jetzt gerne sein wollte und sogar noch weiter in die falsche Richtung fährt. Ich habe ihm die Karte gezeigt, den Sonnenverlauf kurz erklärt und mit dem Kompass gezeigt, dass wir die ganze Zeit Richtung Osten fahren. Ouarzazate war erst für den nächsten Tag sein Ziel, trotzdem wollte er nicht den ganzen Weg zurückfahren und schloss sich mir an. Wegen seines Motorrads musste Sigi auf asphaltierten Straßen bleiben.

Für mich war die Fahrt heute sehr hart. Viel Sonne, teilweise zwar sehr tolle Straßen und schöne Serpentinen aber auch einen Teil Piste, die verdammt anstrengend war. Ich bin froh, mir nach der Nacht gestern im Zelt wieder ein Zimmer genommen zu haben. Es ist sauber, ich konnte meine Wäsche waschen (was mehr als nötig war) und habe eine ausreichende Internetgeschwindigkeit, um mal wieder Bilder hochladen zu können.

Sigi wird mit mir morgen nach Tinghir aufbrechen. Zuvor werde ich aber Ouarzazate und die nähere Umgebung erkunden. Da die interessanten Punkte der Region für Sigis Motorrad vermutlich nicht oder nur schwer erreichbar sein werden, kann es gut sein, dass ich das alleine mache.

Ich spüre, dass es jetzt härter wird, denn die Hitze macht mir sehr zu schaffen. Die vielen Kilometer spüre ich deutlich. Ich bin sehr müde aber die Motivation, auch mein letztes Ziel zu erreichen, lässt ein paar Schmerzen hier und da sehr einfach vergessen.

3 Comments
  • Hanneke
    April 16, 2014

    Hallo Dominic
    Freue mich jedes mal wenn ich ein mail kriege das wieder was neues zu lesen ist. Normalerweise hasse ich Geschichte die ich nicht zu ende lesen kann und das ich ein Tag warten muss für der nächste folge.

    Zum glück hast du nette Franzosen gefunden weil die gibt es auch. Ich mag die Franzosen lieber als Italiener. Wahrscheinlich gibt es in jedes land nette Leute. Habe auch viele in Deutschland gefunden obwohl ich das nicht erwartet hatte. 😉

    Gute Fahrt

    Hanneke

  • Janna
    April 16, 2014

    Hachja … immer wieder schön deine Erlebnisse zu lesen. :-)

    Mal am Rande … du verpasst hier nix!
    Weiterhin gute Fahrt, starke Knochen und Nerven. Genieß diesen unvergesslichen Tripp in vollen Zügen! Die Zeit vergeht so schnell ….. :-/

  • JULIA
    April 18, 2014

    Bin stolz auf Dich mein Sohn !
    Wenn ich die schönen Bilder sehe, bekomme ich richtig Fernweh.

    Es grüßen Dich Andrea, Julia, Alex und Otto

    Bitte fahre weiterhin so vorsichtig.

    Otto

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