Richtung Osten

Ab heute werden die Annehmlichkeiten weniger. Mein Hotel in das ich heute wechsle hat keinen Internetzugang und ab morgen früh – und damit meine ich früh – werde ich aufbrechen in Richtung Osten. Frühstück habe ich erst gar nicht gebucht. Ich versuche gegen 6.00 Uhr aufzubrechen um möglichst lange bei angenehmen Temperaturen fahren zu können. Es kann gut sein, dass ich mich für ein paar Tage nicht melde. Ohnehin überrascht es mich, wie oft ich hier in Marokko online gehen konnte. Die Campingplätze sind als solche nicht zu erkennen, verfügen meist über ein Stehklo, Wasser gibt es aus großen Kanistern gegen Gebühr und es kam vor, dass ich nach dem Duschen mehr gestunken habe als vorher. Aber viele werben mit WiFi und Fernsehempfang. Vielleicht erwische ich in den nächsten Tagen ja einen WiFi Campingplatz und kann ein paar Bilder hochladen. Wenn nicht – dann nicht. Gestern Abend habe ich versucht die nächsten Stationen zu planen und mich dazu entschlossen, dass ich es lasse. Mir würden zuviele schöne Orte durch die Lappen gehen, nur weil ich von Campingplatz zu Campingplatz fahre. Ich versuche anfänglich auf Straßen zu bleiben und immer dann, wenn ich ein Wohnmobil sehe, werde ich wissen, dass es auch irgendwo eine Campingmöglichkeit gibt, bei der ich nicht alleine im Nirgendwo mit Straßenhunden, Kamelen und sonstigem Getier mein Tütenessen teilen muss. Mit Sicherheit werde ich bald die ersten Enduroreisenden treffen, was mir ein sicheres Gefühl gibt. Wer da unten im Süden von Marokko auf dem Motorrad unterwegs ist, der gehört glaube ich zu einer Gruppe von Menschen, die zwar alle eine Vollmeise haben müssen aber auch viel gemeinsam haben und gerne im Rudel jagen. Die ersten BMW GS sind bereits wie Panzer an mir vorbeigerollt. Mein Dreizylinder-Sound klingt im Vergleich zu diesen (völlig übermotorisierten) Omnibussen unter den Motorrädern nach einem Mofa aber dafür sieht die Tiger besser aus.

Vor zwei Tagen habe ich meine EOS ausgepackt und wollte ein paar bessere Fotos machen. Leider scheint die Kamera bzw. das Objektiv einen Schaden zu haben. Ich werde mich also mit der kleinen Canon behelfen, die ohnehin im Tankrucksack nicht viel Platz wegnimmt. Auch die GoPro wird jetzt mehr zum Einsatz kommen.

Für alle, die das hier lesen um zu wissen, dass es mir gut geht: Mir geht es gut und wenn ich mich ein paar Tage nicht melde, liegt das einfach daran, dass nicht jede Palme in Wüstenregionen und nicht jeder zweite Fels im Atlasgebirge eine Netzwerkdose hat. Spätestens in Erfoud, wenn ich mein großes Ziel erreicht habe, werde ich mich wieder melden können. Ab dann beginnt die Heimreise über Meknes und Fes. Klingt alles so nah – es liegen ab jetzt auch nur noch 4.200 km, die Dünen von Erg Chebbi und die Überquerung des Atlas vor mir.

2 Comments
  • Geerke
    April 14, 2014

    Ich wünsch dir gute Fahrt, sei weiterhin vorsichtig, genieße die Landschaft und die Medienfreie Zone, vor allem lass dich nicht zu sehr von 0-8 beinigen Nachbarn ärgern! Freu mich wieder von dir zu hören.

  • Mama
    April 14, 2014

    Warte gespannt auf deinen nächsten Bericht, pass auf dich auf!

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