Finalmente en España

Frankreich hat es wieder versucht und hat verloren! Der Wind heute war etwas weniger als gestern, trotzdem genug um ab und an auf gerader Strecke in Schräglage fahren zu müssen. Wenigstens war es heute ein gleichmäßiger Wind, den man am Schilf und den Bäumen vorhersehen konnte. Mit Absicht habe ich die Autobahn in Frankreich vermieden, denn die Tagestour waren durch meinen Stop gestern nur 350km und irgendwie bin ich auf dieser Tour jetzt angekommen. Es ist mir egal, wann ich wo bin, solange ich später irgendwann mal dort war.

Am Ende ging es heute dann doch schneller als gedacht. In der Nähe des Mont Blanc (zumindest müsste er es gewesen sein, wenn ich in Biologie aufgepasst habe) finde ich Frankreich sogar (fast) schön. Man fährt auf dieses massive, weiße Felsding zu und rechts und links sind Palmen auf den Straßen eingepflanzt. Kleine, kurvige Straßen und schwups: Grenze! Ich bereue im Nachhinein, heute nicht mehr fotografiert zu haben. Eigentlich möchte man an jeder Ecke stehen bleiben und draufhalten aber ich war einfach froh in Spanien zu sein. Gerade die ersten 100km haben heute einfach Spaß gemacht. Leichtes cruisen, kein Wind und eine tolle Landschaft.

In der Mitte meiner Tour lernte ich dann die spanische Polizei an einem Kreisverkehr irgendwo vor Barcelona kennen. Meine Abfahrt war gesperrt, der Verkehr wurde in die Richtung geleitet aus der ich komme und mein TomTom war ohnehin im Tankrucksack. Als ich den Polizisten fragte, wie ich nach Barcelona komme hat er in die Richtung gezeigt aus der ich komme. Ich erklärte ihm, dass ich von dort komme, keine Ahnung habe, wie ich dann nach Barcelona komme und es sich seit ein paar Kilometer auch vor der Autobahnauffahrt staut. Ich erntete den besten Satz eines Polizisten, den ich je gehört habe: „With your bike it´s no problem to drive between the cars. It´s not legal, but we are all here, so nothing will happen to you. Or you wait here for 10 minutes.“ Ich habe es also vorgezogen unter Polizeischutz 10 Minuten im Kreisverkehr zu warten, während die Politesse die Autos um mein Motorrad in Richtung Stau lotste.
Der Rest der Fahrt war sehr angenehm und heute auch sehr anstrengend. Viele Spitzkehren. Hügel hoch, hügel runter, mitten durch spanische Städte und Dörfer. Die letzten 50km habe ich dann doch wieder die Autobahn bevorzugt.

Auch wenn es ein Abenteuerurlaub sein soll und mein Motorrad voll mit Survivalzeug, Kaffepulver, Wasserentkeimungstabletten und meinem Bear Grylls Überlebensmesser ist: Mein Hotel ist heute der absolute Bringer! Und nebenan ein Restaurant, das irgend einen spanischen Namen trägt. Solange es nicht „Zum kleinen Bioveganer“ heißt, werde ich meinen vorletzten Abend in Europa nochmal genießen. Irgendwer hat die Minibar in meinem Zimmer abgeschlossen und von daher glaube ich, dass mein Bear Grylls Messer heute doch noch zum Einsatz kommt.

6 Comments
  • Peter
    April 5, 2014

    Lieber Dominic, es macht riesigen Spaß, Dein unterhaltsames Reisetagebuch zu lesen. Falls Du tatsächlich am Mont Blanc vorbeigefahren sein solltest, dann würdest Du Dich jetzt allerdings nicht in Spanien, sondern eher in Italien befinden. Vielleicht waren es doch die Pygmäen oder wie die Berge zwischen Frankreich und Spanien heißen. Trotzdem, weiterhin gute Fahrt und viele schöne Erlebnisse, von denen Du uns berichten wirst. Ach, und dann soll ich Dir noch schöne Grüße aus Augsburg ausrichten.
    Peter

    • Dominic
      April 5, 2014

      Und ich frag’ mich die ganze Zeit, warum die Pizza so gut ist und kein Ristorante Tapas auf der Karte hat. Danke für den Hinweis! Vielleicht kannst Du mir auch noch einen Tipp geben, wie die Mannschaft heißt, die gegen Augsburg selbst mit 250 Eigentoren noch immer deutscher Fußball(Welt)Meister 2014 ist? Giovanni aus dem französischen Milano fragt gerade und Luigi aus Madrid weiß es auch nicht. (P.S. Die Pyrinäen waren es nicht, ich hatte keine Ahnung wie der Berg heißt). Geologie ist eben nicht meine Stärke 😉

  • Mama
    April 5, 2014

    Nichts wird oft so unwiederbringlich versäumt wie eine Gelegenheit!

    • Dominic
      April 5, 2014

      Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.
      (Auch von Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Bene
    April 6, 2014

    Verdammt, mich nervte schon. Die Bilder sind der Hammer und ich vermute das wird noch viel besser.

    Viel Spaß weiterhin und pass auf dich auf.
    Gut LICHT =)

    • Dominic
      April 6, 2014

      Die Bilder sind nicht sooo toll. Alles mit der kleinen Canon. Die hat ein witziges Kreativprogramm. Im Marokko werde ich dann aber zur EOS übergehen.

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